Südkorea wird sein Zertifizierungssystem Korean Industrial Standards (KS) grundlegend umgestalten.
Dies erfolge im Einklang mit dem Paradigmenwechsel der Industrie, gab das Industrieministerium am Mittwoch bekannt.
Seit Einführung des Gesetzes im Jahr 1961 können lediglich Hersteller, die eine eigene Fabrik betreiben, eine KS-Zertifizierung erhalten.
Aufgrund des Paradigmenwechsels und der Verbreitung der Auftragsfertigung, der OEM-Produktion, wurden Stimmen laut, nach denen das auf Fabriken ausgerichtete Evaluierungssystem anachronistisch sei.
Hightech-Unternehmen, die sich auf Entwürfe sowie Forschung und Entwicklung konzentrieren und die Produktion auslagern, hatten Schwierigkeiten mit dem Erhalt eines KS-Zertifikats. Auch kleine Startups waren von dem Problem betroffen, da sie sich kaum eigene Produktionsanlagen sichern konnten.
Die Regierung beschloss daher niedrigere Zugangsbarrieren. Demnach können auch „Designer und Entwickler“, die Produkte zwar entwickeln, die Produktion aber auslagern, die Zertifizierung erhalten.
Das Industrieministerium will außerdem ein „One-Strike-Out“-System einführen. Wird bewusst bei der Herstellung eines Produkts gegen Zertifizierungsstandards verstoßen oder der Überprüfungsprozess manipuliert, wird die Zertifizierung mit der Aufdeckung des Verstoßes umgehend annulliert.