Die kambodschanische Regierung hat nach eigenen Angaben 190 Betrugszentren im Kampf gegen Online-Betrug geschlossen.
Das gab Chhay Sinarith, Vorsitzender der kambodschanischen Kommission zur Bekämpfung von Online-Betrug, bekannt, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch (Ortszeit) berichtete.
Kambodscha habe in den letzten Wochen im Rahmen einer Kampagne gegen grenzüberschreitenden Betrug etwa 190 Standorte abgeriegelt, erklärte er. 173 hochrangige Kriminelle seien festgenommen und 11.000 Mitarbeiter abgeschoben worden.
Kambodscha hatte Anfang Januar Chen Zhi, den Gründer und Vorsitzenden der Prince Group, festgenommen und an sein Heimatland China ausgeliefert. Er steht im Verdacht, in dem südostasiatischen Land große Betrugszentren betrieben zu haben.
Aus diesem Anlass starteten kambodschanische Behörden Razzien gegen Betrugszentren im Land. Tausende von Mitarbeitern flohen aus den Lagern und versuchten beispielsweise, in die chinesische Botschaft in Phnom Penh zu gelangen, um in ihre Heimat zurückkehren zu können.
Südkorea hatte in Kambodscha eine Korea-Taskforce eingerichtet, in der Polizeibeamte aus beiden Ländern im Einsatz sind. Bis Januar konnte die Taskforce 135 Verdächtige festnehmen, darunter koreanische Phishing-Kriminelle.