Innerkoreanisches
Nordkorea will Japan von Sechser-Gesprächen ausschließen
Write: 2005-07-23 18:24:08 / Update: 0000-00-00 00:00:00
Nordkorea hat erneut den Ausschluss Japans von den Sechs-Länder-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm gefordert. Japan sei teilweise dafür verantwortlich, dass die bisherigen Nukleargespräche erfolglos blieben, hieß es heute in einem Artikel der offiziellen nordkoreanischen Zeitung „Minju Chosun“. Die Zeitung unterstellte Japan, bei den Gesprächen nur seine eigenen Interessen verfolgen zu wollen.
Das Land wolle auch bei der bevorstehenden vierten Sechserrunde in Peking die Frage nach dem Schicksal von verschleppten Japanern in Nordkorea aufwerfen. Dagegen sei es Nordkoreas Motiv zur Wiederaufnahme der zuvor ein Jahr auf Eis gelegenen Sechsergespräche gewesen, zum Erhalt des Friedens und zur Sicherheit nicht nur auf der koreanischen Halbinsel, sondern in Nord-Ostasien und der ganzen Welt beizutragen. Sollte Japan das Thema der Verschleppung von Japanern in der Sechserrunde ansprechen, würde dies eine friedliche Lösung des Atomstreits verhindern, schrieb „Minju Chosun“.
Nordkorea hatte in den 70er und 80er Jahren Dutzende von japanischen Staatsbürgern verschleppt, um sie als Lehrer für nordkoreanische Spione einzusetzen. Nach Besuchen des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi in den Jahren 2002 und 2004 in Pjöngjang ließ Nordkorea die Rückkehr einer Handvoll von einstmals verschleppten Japanern in ihr Heimatland zu. Japan zweifelt jedoch an der nordkoreanischen Darstellung, dass die übrigen bereits gestorben seien.
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