Die vierte Runde der Sechs-Länder-Gespräche zur Beendigung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm ist am Dienstagvormittag im Pekinger Staatsgästehaus Diaoyutai eröffnet worden.
Ein Termin für den Abschluss der Gespräche steht noch nicht fest. Anders als bei früheren Gesprächsrunden, die jeweils für vier Tage anberaumt waren, sind sich die Teilnehmer diesmal einig, so lange zu verhandeln, bis sichtbare Fortschritte erzielt worden sind.
Bei der Eröffnungszeremonie hielten die Chefunterhändler der Teilnehmerstaaten jeweils eine kurze Rede. Der nordkoreanische Chefunterhändler Kim Gae-kwan betonte, dass wahre Fortschritte für die Realisierung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel erzielt werden müssten. Dafür seien ein fester politischer Wille und strategische Entscheidungen der beteiligten Staaten erforderlich. Nordkorea sei darauf vollständig vorbereitet, hieß es.
US-Chefunterhändler Christopher Hill sagte, dass die fünf Teilnehmerstaaten bereit seien, Nordkoreas Sicherheitsbedenken zu zerstreuen und zur Überwindung der Energieknappheit in Nordkorea beizutragen, sollte Nordkorea auf sein Atomprogramm verzichten. Hill bekräftigte, dass die USA keine Absicht hätten, Nordkorea anzugreifen und auf bilaterale Gespräche im Rahmen der Sechser-Runde hofften.
Der südkoreanische Chefunterhändler Song Min-soon erinnerte alle Teilnehmer an das höchste Gebot bei den Atomgesprächen. Alle müssten sich darauf konzentrieren, das endgültige Ziel, Nordkoreas Verzicht auf das Atomprogramm und die Normalisierung der Beziehungen anderer Staaten zu Nordkorea und eine Sicherheitsgarantie für Nordkorea, zu erreichen. Song wandte sich mit den Aussagen unmittelbar gegen den japanischen Chefunterhändler Keinichiro Sasae, der zuvor in seiner Rede die Frage der entführten Japaner und die nordkoreanische Raketenfrage thematisiert hatte.
An den Gesprächen nehmen Süd- und Nordkorea, die USA, China, Russland und Japan teil.