Der internationale Streit um das nordkoreanische Atomprogramm ist nach langen Verhandlungen beigelegt worden.
Die sechs Teilnehmerstaaten der Verhandlungen zur Beilegung des Streits um das Atomprogramm Nordkoreas, Süd- und Nordkorea, die USA, Japan, Russland und China, einigten sich am Montag um die Mittagszeit auf eine gemeinsame Erklärung. In der sechs Punkte umfassenden Erklärung versprach Nordkorea den gänzlichen Verzicht auf sein bestehendes Atomwaffenprogramm, die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag und die erneute Zulassung der Inspektionen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO).
Die USA versicherten im Gegenzug, keine Absicht zu haben, Nordkorea mit Atomwaffen oder konventionellen Waffen anzugreifen sowie dass sie keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel stationiert haben. Südkorea bestätigte die innerkoreanische Erklärung von 1992 zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel. Die anderen fünf Teilnehmerstaaten versicherten Nordkorea der Wahrung des Rechtes der Inanspruchnahme auf die friedliche Nutzung von Atomenergie. Sie wollen zu einem geeigneten Zeitpunkt Gespräche über den Bau von Leichtwasserreaktoren in Nordkorea aufnehmen.
Nordkorea einigte sich mit Japan und den USA auf stufenweise Schritte zur Normalisierung der diplomatischen Beziehungen. China, Japan, Südkorea, Russland und die USA sprachen darüber hinaus Norkdorea Energiehilfen zu. Südkorea bestätigte erneut sein früheres Angebot von Stromlieferungen an Nordkorea. Die sechs Staaten einigten sich auf ein gemeinsames Bemühen um den Frieden und die Stabilität in Nordostasien. Sie wollen künftig koordiniert vorgehen, damit die erzielten Vereinbarungen in die Tat umgesetzt werden können. Sie würden dafür Anfang November zur nächsten Runde der Sechser-Gespräche, ebenfalls in Peking, zusammenkommen, hieß es weiter.
Die Sechser-Verhandlungen in Peking waren in den letzten Tagen wegen unterschiedlicher Ansichten Nordkoreas und der USA unter anderem zur nordkoreanischen Forderung nach dem Bau von Leichtwasserreaktoren zum Erliegen gekommen. Es gab sogar Spekulationen über ein Scheitern der Gespräche. Die heutige Sitzung der Delegationen der sechs Staaten konnte erst mit dreistündiger Verzögerung eröffnet werden.
In der Sitzung stimmten dann aber die Chefunterhändler der fünf Staaten dem neuesten Entwurf Chinas für ein gemeinsames Vereinbarungsdokument zu. Der chinesische Chefunterhändler Wu Dawei verkündete daraufhin den Verhandlungserfolg.