Nordkorea will offenbar das Monopol der südkoreanischen Unternehmensgruppe Hyundai für innerkoreanische Tourismusprojekte nicht mehr anerkennen.
Die Regierung in Pjöngjang habe dem Reiseanbieter Lotte Tours vorgeschlagen, sich an Projekten für Reisen ins nordkoreanische Gaesung zu beteiligen, gab das Unternehmen bekannt. Lotte Tours habe sich für eine Beteiligung entschieden. Ein Mitarbeiter nannte als Voraussetzung, dass Nordkorea internationale Geschäftsgepflogenheiten und marktwirtschaftliche Richtlinien einhalten müsse.
In einem Fax an Lotte habe Nordkorea einen Ausschluss Hyundais vom Gaesung-Reiseprojekt angedeutet. Als Begründung wurde genannt, dass Hyundai trotz „guten Ratschlägen des Nordens“ Kim Yun-kyu als Vorstandsvorsitzenden von Hyundai Asan abgesetzt habe.
Hyundai protestiert gegen die Ausbootung mit dem Argument, dass sich die Unternehmensgruppe für 500 Millionen US-Dollar das Monopol für innerkoreanische Tourismusprojekte gesichert habe. Nordkoreakenner in Seoul gehen davon aus, dass Pjöngjang mit der Einbindung weiterer Geschäftspartner ins Tourismusgeschäft seine Einnahmen steigern wolle.
Die Regierung sieht in der Beteiligung von Lotte Tours am Gaesung-Reiseprojekt keine Schwierigkeiten. Sollte das Unternehmen das Projekt anmelden, werde nach geltendem Recht entschieden.