Innerkoreanisches
Leichtwasserreaktorprojekt für Nordkorea vor endgültiger Einstellung
Write: 2005-10-10 18:08:56 / Update: 0000-00-00 00:00:00
Das im Jahr 2002 suspendierte Leichtwasserreaktorprojekt für Nordkorea steht kurz vor der endgültigen Einstellung. Laut japanischer Medienberichte führen die USA, Südkorea und Japan derzeit Sondierungsgespräche, um bis November eine Einstellung des Projekts durch das internationale Konsortium KEDO zu beschließen.
Die Tageszeitung Asahi schrieb, die USA und Japan hätten bei einer informellen KEDO-Vorstandssitzung Ende September in New York die Einstellung des Projekts gefordert. Im Gegensatz zu seiner bisherigen Haltung habe sich Südkorea nicht dagegen ausgesprochen. Eine definitive Entscheidung sei Ende November nach der nächsten Runde der Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Nuklearprogramm zu erwarten.
Zum Hintergrund der möglichen Einstellung des KEDO-Projekts verwiesen diplomatische Beobachter darauf, dass Südkorea dem Norden direkte Stromlieferungen vorgeschlagen hat. Außerdem sei bei den letzten Sechser-Gesprächen vereinbart worden, über die Lieferung von neuen Leichtwasserreaktoren sprechen zu können.
Im Rahmen des Genfer Abkommens zwischen Nordkorea und den USA hatte das internationale Konsortium 1994 als Gegenleistung für Nordkoreas Nuklearverzicht begonnen, zwei Leichtwasserreaktoren in Shinpo zu bauen. Das Projekt wurde 2002 gestoppt, als sich die Nuklearkrise zugespitzt hatte.
An dem Konsortium sind Südkorea, die USA, Japan und die EU beteiligt. Südkorea übernimmt 70 Prozent der gesamten Baukosten in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar. Das Bauprojekt ist bislang zu einem Drittel ausgeführt worden.
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