Innerkoreanisches
Nordkorea bestätigt Verbleib von südkoreanischem Entführten im Land
Write: 2006-06-08 18:00:29 / Update: 0000-00-00 00:00:00
Nordkorea hat überraschend bestätigt, dass ein Südkoreaner, der 1978 entführt worden war, noch im Norden lebt. Zugesichert wurde zudem ein Wiedersehen zwischen ihm und seiner im Süden lebenden Mutter im Rahmen der innerkoreanischen Familienzusammenführung am 19. und 20. Juni.
Dies teilte Nordkoreas Kabinettsminister Kwon Ho-ung dem südkoreanischen Vereinigungsminister Lee Jong-seok mit.
Es handelt sich dabei um Kim Young-nam, der als Schüler 1978 in Gunsan in der Jeolla-Provinz entführt worden ist. Seine Existenz wurde im Zuge der Nachforschungen der Tokioter Regierung zur entführten Landsmännin Yokoda Mekumi bekannt. Kim soll die Japanerin in Nordkorea geheiratet haben. Die Ergebnisse von DNA-Analysen in Seoul und Tokio belegen, dass zwischen Mekumis Tochter und Kims Mutter in Südkorea ein verwandtschaftliches Verhältnis besteht. Nordkorea behauptet, dass Mekumi Selbstmord beging. Tokio erklärte jedoch nach einem DNA-Test der vom Norden überreichten sterblichen Überreste, dass es sich nicht um die Gesuchte handle.
Nordkoreas Kabinettsminister erinnerte Seoul an eine Vereinbarung beim letzten innerkoreanischen Rotkreuzgespräch, wonach die Frage Kims im Rahmen des Problems derjenigen zu behandeln sei, die seit dem Koreakrieg vermisst werden. Südkorea solle verantwortungsvoll handeln, um vor dem Wiedersehen zwischen Kim und seiner Mutter Vorfällen vorzubeugen, die Hindernisse bereiten können.
Diplomatische Beobachter schenken große Aufmerksamkeit darauf, warum Nordkorea überraschend Kims Existenz anerkannt hat und ihn vor der Presse präsentieren will. Japans Premierminister Koizumi bekräftigte erneut, die Frage der entführten Japaner noch in seiner Amtszeit klären zu wollen.
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