Zwischen Südkorea und Japan ist für neuen Zündstoff in der Debatte um die strittigen Darstellungen in japanischen Schulbüchern gesorgt worden. Das japanische Erziehungsministerium hat gestern bekannt gegeben, dass alle sechs Oberschulgeschichtsbücher, die seit 1986 dem Vorwurf der Geschichtsklitterung aus Südkorea und China ausgesetzt sind, vom Ministerium gebilligt wurden und somit ab nächstes Jahr in den Schulen verwendet werden. In diesen Buchversionen wird behauptet, dass die südkoreanische Insel Dokdo zu Japans Territorium gehöre, und Japan in der aktiken Zeit den Süden der koreanischen Halbinsel beherrscht hätte. Außerdem wird die Frage der während des Zweiten Weltkriegs vom japanischen Militär sexuell missbrauchten Frauen nicht erwähnt. Die umstrittenen Bücher sind allerdings in einigen Punkten verbessert worden. Zugegeben wird die Rechtswidrigkeit der Annexion der koreanischen Halbinsel durch Japan, und dass die letzte Kaiserin der Chosun Dynastie von Japanern ermordet wurde. Etwa 3000 oder 0,4 Prozent der gesamten japanischen Oberschüler werden voraussichtlich mit diesen Schulbüchern unterrichtet werden, die von einer rechtsgesinnten japanischen Bürgerorganisation verfasst wurden.