Die Regierung in Japan beharrt darauf, im UN-Sicherheitsrat eine scharfe Resolution gegen nordkoreanische Raketentests zu verabschieden. China drohte mit einem Veto, falls sich die Resolution auf Kapitel VII der UN-Charta beziehen würde, die eine Grundlage von Wirtschaftssanktionen ist.
Japan werde weiterhin auf einer verbindlichen Resolution mit Sanktionen bestehen, hieß es in Tokio. Kabinettsminister Shinzo Abe sagte, er sei mit US-Sicherheitsberater Stephen Hadley darin übereingekommen, eine verbindliche Resolution mit Sanktionen bald zur Abstimmung zu bringen.
Wie aus New York verlautete, legte Großbritannien bei einem Treffen von UN-Diplomaten einen Kompromissentwurf vor. Laut der japanischen Tageszeitung „Asahi“ beinhaltet der Entwurf auch den Hinweis auf Kapitel VII der UN-Charta. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen japanischen Regierungsbeamten mit den Worten, Japan wolle durch die Erwähnung des Kapitels VII eine Grundlage schaffen, womit man bei weiteren Raketenstarts in Nordkorea einen Sanktionsbeschluss vorantreiben könnte.
Der von Japan vorgelegte Resolutionsentwurf sieht Sanktionen vor und beschuldigt das kommunistische Land einer Gefährung des Weltfriedens gemäß der UN-Charta. Die Veto-Mächte China und Russland hatten dagegen eine abgeschwächte Vorlage eingereicht, die Nordkorea lediglich zu einem Testmoratorium drängt, anstatt dieses verbindlich zu verlangen.
Beide Seiten hätten sich allerdings im Grundsatz darauf verständigt, beide Entwürfe zu einem gemeinsamen Text zusammenzuführen.