Nach über fünf Jahrzehnten sind in Korea wieder Züge über die Grenze gefahren.
Auf der Gyeongeui-Strecke ist es seit dem 12. Juni 1951 das erste Mal, dass ein Zug die Grenze passiert. Die letzte grenzüberschreitende Zugfahrt auf der Donghae-Strecke erfolgte vor dem Ausbruch des Koreakrieges im Juni 1950.
Nach offiziellen Zeremonien an der südkoreanischen Munsan- und der nordkoreanischen Geumgangsan-Station wurden die Testfahrten um 11.30 Uhr in beiden Koreas gleichzeitig aufgenommen.
Der Zug auf der 27,3 Kilometer langen Gyeongeui-Strecke hat den südkoreanischen Munsan-Bahnhof in Richtung des nordkoreanischen Bahnhofes Gaesung verlassen. Auf der 25,5 Kilometer langen Donghae-Strecke ist die Bahn von der nordkoreanischen Geumgangsan-Station bis nach Jejin im Süden abgefahren. Die beiden Züge sind um 15 bzw. 20 nach 12 Uhr über die Demarkationslinie gefahren und um 15.30 Uhr über die Grenze zurückgekommen.
An beiden Testfahrten nahmen aus dem Süden insgesamt 200, und aus dem Norden 100 Fahrgäste teil. Die Teilnehmer mussten vor den Testfahrten jeweils an den Stationen in beiden Staaten den Zoll passieren.
Der südkoreanische Vereinigungsminister Lee Jae-joung sagte bei der Zeremonie, die Zugstrecke würde beide Koreas durch ein logistisches Netz verbinden, was zum Aufbau einer innerkoreanischen Wirtschaftsgemeinschaft und der balancierten wirtschaftlichen Entwicklung der Teilstaaten führen würde. Dies solle zum Aufbau eines dauerhaften Friedenssystems beitragen.
Der nordkoreanische Kabinettsminister Kwon Ho-ung sagte in seiner Gratulationsrede, die Züge würden nun mit dem großen Wunsch des Volkes nach dem Meilenstein der „Wiedervereinigung“ fahren. Nordkorea wolle sein Bestes geben, damit die Lokomotiven beider Staaten weiter auf den Strecken des Respekts vor dem Volk, des Friedensschutzes und der Eintracht fahren könnten.
Beide Koreas hatten sich im Juli 2000, kurz nach dem ersten Gipfeltreffen auf die Verbindung der Gyeongeui-Linie und 2002 auf die Verbindung der Donghae-Linie geeinigt.