Die südkoreanische Regierung erwägt, zwischen der Reishilfe für Nordkorea und der Nuklearfrage zu trennen.
Außenminister Song Min-soon sagte nach einer Rede vor der Korea-America-Society in Seoul, eine Entscheidung über die Reishilfe solle nicht im Zusammenhang mit der Nuklearfrage getroffen werden. Nahrung dürfe nicht unter bestimmten Bedingungen angeboten werden. Beobachte man die Fortschritte bei der Sechser-Nuklearrunde rücke der Zeitpunkt näher, dass Südkorea auf Basis des bisherigen Prinzips über die Nahrungshilfe Reis-Darlehen anbieten könne.
Damit ändere die Regierung anscheinend ihre bisherige Haltung, wonach der Termin und das Tempo der Reislieferung mit Rücksicht auf die Einhaltung der Abrüstungszusagen bestimmt würden.
Diplomatische Beobachter sehen darin den Willen der Regierung in Seoul, die innerkoreanischen Beziehungen nicht von der Entwicklung der Sechser-Nuklearverhandlungen überschatten zu lassen.
Unterdessen war Regierungskreisen zu entnehmen, dass Seoul höchstwahrscheinlich morgen bekannt geben würde, die verzögerte Lieferung von 400.000 Tonnen Reis wieder aufzunehmen.