Südkoreas Präsident Roh Moo-hyun und das nordkoreanische de facto Staatsoberhaupt Kim Jong-il haben eine acht Punkte umfassende gemeinsame Erklärung unterzeichnet.
Vereinbart wurde, dass beide Koreas eine Gipfelkonferenz von drei oder vier Staaten vorantreiben, auf der gemeinsam die Beendigung des Krieges auf der koreanischen Halbinsel erklärt werden soll. Die Staatsoberhäupter aus Nord und Süd wollen sich künftig zudem bei Bedarf jederzeit treffen, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Im kommenden November soll in Seoul ein innerkoreanisches Ministerpräsidententreffen stattfinden, in Pjöngjang ein Verteidigungsministertreffen.
An der Westküste der Halbinsel wird eine Sonderzone für Frieden und Kooperation eingerichtet. Zur militärischen Entspannung soll im Westmeer eine gemeinsame Fischfangzone bestimmt werden. In der nordkoreanischen Küstenstadt Haeju wird eine Wirtschaftssonderzone eingerichtet. Nordkoreanische Handelsschiffe dürfen künftig vom Hafen Haeju aus oder gen Haeju die Seegrenze im Westmeer passieren.
Die beiden Koreas werden gemeinsam an der Instandsetzung der Eisenbahnstrecke zwischen Gaesung und Shineuiju und der Autobahnstrecke zwischen Gaesung und Pjöngjang arbeiten, um sie gemeinsam nutzen zu können. In Ahnbyeon und Nampo in Nordkorea sollen gemeinsame Schiffbaukomplexe gebaut werden. Um die Wirtschaftskooperation zu fördern, werden die Vertreter des Ausschusses für Wirtschaftskooperation im Rang zu stellvertretenden Ministerpräsidenten aufgestuft.
Die beiden Koreas vereinbarten auch die Aufnahme eines Tourprogramms für das nordkoreanische Baekdu-Gebirge und die Einrichtung einer direkten Flugroute zwsichen Baekdu und Seoul. Zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking sollen die Anfeuerungsgruppen beider Koreas mit dem Zug auf der grenzüberschreitenden Bahnlinie Gyeongeui fahren.
Die Treffen der getrennt lebenden Familien sollen künftig öfter stattfinden. Der Austausch von Videobriefen zwischen den Familien soll vorangetrieben werden.