Nordkorea hat heftige Kritik an der Nordkorea-Politik der neuen südkoreanischen Regierung geübt. Das kommunistische Land richtete erstmals seit acht Jahren wieder gezielt Kritik gegen einen südkoreanischen Präsidenten.
Das Organ der Arbeiterpartei Pjöngjangs „Rodong Shinmun“ bezeichnete Präsident Lee Myung-bak als Volksverräter. Lees Regierung wolle unter dem Vorwand des Pragmatismus alle bisherigen Errungenschaften in den innerkoreanischen Beziehungen zunichte machen. Lees Nordkorea-Politik mit dem Motto „Entnuklearisierung und Öffnung Nordkoreas“ bringe die innerkoreanischen Beziehungen in Gefahr und sei eine Provokation.
Dass Lees Regierung die weitere Aussöhnung von der atomaren Abrüstung Nordkoreas abhängig machte, gleiche einer Kriegserklärung und werde keinesfalls zur Lösung des Atomstreits beitragen. Die südkoreanische Kritik an der Menschenrechtslage in Nordkorea schüre lediglich Feindseligkeit und Misstrauen zwischen den Bruderstaaten. Nordkorea könne sehr gut ohne Südkorea auskommen, umgekehrt sei das jedoch nicht der Fall. Nordkorea sehe nun ein großes Hindernis für die Verbesserung der Beziehungen zu Südkorea. Dies werde schwere Folgen für die Lage auf der koreanischen Halbinsel sowie deren Umfeld haben. Lees Regierung werde dafür die volle Verantwortung übernehmen müssen, hieß es.