Eine siebenköpfige Regierungsdelegation ist heute Vormittag auf dem Landweg nach Nordkorea gereist.
Wie aus Regierungskreisen in Seoul verlautete, werden die Delegierten die sofortige Freilassung des Ende März festgenommenen Mitarbeiters vom Unternehmen Hyundai Asan fordern. Auch soll zur stabilen Entwicklung des innerkoreanischen Industriekomplexes Gaesung aufgerufen werden.
Südkorea wolle zwischen der Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen und einer möglichen Beteiligung an der US-Initiative zur Sicherstellung der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen PSI trennen.
Nach Nordkoreas Raketenstart Anfang April hatte die Regierung die Möglichkeit der vollen Teilnahme an PSI signalisiert. Nordkorea will einen solchen Schritt mit einer Kriegserklärung gleichsetzen. Die ursprünglich für das vergangene Wochenende geplante offizielle Bekanntgabe über eine volle Teilnahme verschob Seoul, nachdem Nordkorea am Donnerstag Gespräche vorgeschlagen hatte. Nordkorea habe etwas Wichtiges mitzuteilen, hatte es geheißen.
Regierungskreise berichteten weiter, dass eine Bekanntgabe einer vollen Teilnahme an PSI abhängig von den Ergebnissen der zur Stunde stattfindenden Beratungen überprüft werde.
Es ist seit dem Amtsantritt des Präsidenten Lee Myung-bak im Februar letzten Jahres das erste Mal, dass eine südkoreanische Regierungsdelegation den Norden besucht.
Über die Ergebnisse des Besuchs will die Delegation heute Nachmittag am Regierungssitz in Seoul berichten. Der Leiter der Abordnung ist der Generaldirektor im Vereinigungsministerium für das Gaesung-Industrieprojekt, Kim Young-tak.