Trotz der Erklärung Nordkoreas, alle Verträge über den innerkoreanischen Industriekomplex Kaesung aufzukündigen, will die südkoreanische Regierung auch weiterhin innerkoreanische Gespräche anstreben.
Stellvertretende Vereinigungsministeriumssprecherin Lee Jong-ju sagte am Samstag, trotz der einseitigen Maßnahmen des Nordens halte Seoul daran fest, den Industriepark Kaesung aufrechtzuerhalten sowie weiter zu entwickeln.
Die stellvertretende Sprecherin bestätigte zudem den bisherigen Standpunkt der südkoreanischen Regierung, alle anstehenden Fragen in Bezug auf Kaesung durch den Dialog mit Pjöngjang lösen zu wollen.
Lee sagte weiter, Nordkorea habe bis heute auf Seouls Vorschlag für Gespräche am 18. Mai nicht reagiert. Die Regierung wolle den Norden weiterhin zum Dialog bewegen, hieß es.
Lee zufolge seien im Industriepark Kaesung bislang keine besonderen Anzeichen für Veränderungen zu bemerken. Alle Betriebstätigkeiten liefen in normalem Gang, hieß es weiter.
Nordkorea hatte gestern überraschend alle Einigungen über den Kaesung-Industriepark für nichtig erklärt. Sollte der Süden die neuen Vertragsbedingungen nicht akzeptieren, könnten die Unternehmen aus dem Gewerbekomplex abziehen, teilte der Norden mit.