Die südkoreanische Regierung will offenbar diese Woche innerkoreanische Rotkreuzgespräche vorschlagen.
Ziel ist, so wie zwischen Nordkorea und der Unternehmensgruppe Hyundai vereinbart, eine Zusammenführung getrennt lebender Familien vor dem Erntedankfest am 3. Oktober durchzuführen.
Seoul wolle den Vorschlag früh unterbreiten, weil in der Vergangenheit die Vorbereitung eines Familientreffens knapp zwei Monate dauerte, hieß es aus den Regierungskreisen.
Den Vorschlag wolle Seoul über den heißen Draht zwischen den Streitkräften oder Kommunikationskanäle zwischen den Seestreitkräften unterbreiten. Die Kommunikationskanäle zwischen den Rotkreuzverbänden hatte Nordkorea im November des Vorjahres gekappt.
Seit dem ersten innerkoreanischen Gipfel im Juni 2000 konnten knapp 20.000 Mitglieder getrennt lebender Familien bei insgesamt 16 Treffen und sieben Videokonferenzen ein kurzes Wiedersehen feiern. Nach dem Amtsantritt der Regierung Lee Myung-bak Regierung im Februar letzten Jahres wurden der Dialog und damit auch die Familientreffen eingestellt.
Mit Stand von Ende Juni hatten insgesamt etwa 127.000 Südkoreaner ein Familientreffen beantragt. Mehr als 39.800 von ihnen verstarben, bevor ein Wiedersehen zustande kommen konnte. Allein in den letzten 12 Monaten sind mehr als 4.300 Antragsteller verstorben.