Nordkorea hat am Freitag angekündigt, den Exklusivvertrag mit dem südkoreanischen Unternehmen Hyundai-Asan zu Reisen ins nordkoreanische Geumgang-Gebirge möglicherweise beenden zu wollen. Dies stellt offenbar eine Reaktion auf die zurückhaltende Antwort des Südens auf ein vorheriges Gesprächsangebot Nordkoreas dar.
Wie das Friedenskomitee für Asien und Pazifik, ein mit den innerkoreanischen Beziehungen befasstes nordkoreanisches Staatsorgan, in der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verlauten ließ, bestünden keine Aussichten mehr, die Touren ins Geumgang-Gebirge wieder aufzunehmen.
In diesem Sinne habe man Hyundai Asan, dem südkoreanischen Veranstalter der Touren mitgeteilt, dass der beiderseitig abgeschlossene Vertrag beendet werden könnte.
In der Mitteilung hieß es außerdem, dass Hyundai zwar weiterhin Touren für Südkoreaner durchführen könne, Pjöngjang aber die Verantwortung für Touren in Geumgang-Gebirge und in andere Regionen übernehmen und auch andere ausländische Unternehmen mit solchen Touren beauftragen könnte.
Nachdem im Somer 2008 eine südkoreanische Touristin, die in ein militärisches Sperrgebiet vorgedrungen war, erschossen worden war, wurden die Touren ins Geumgang-Gebirge abgebrochen. Sie hatten bis dahin eine wichtige Einnahmequelle für den verarmten Norden dargestellt. Pjöngjang war danach an einer Wiederaufnahme des Programms interessiert, doch Seoul forderte eine formale Entschuldigung, Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Zwischenfälle dieser Art und Sicherheitsgarantien für Touristen.
Insofern kann die Ankündigung vom Freitag verstanden werden als Versuch des Nordens, Seoul unter Druck zu setzen und zu einer Wiederaufnahme der Touristentouren zu bewegen.