Präsident Kim Dae-jung hat den umstrittenen Transfer von insgesamt 200 Millionen US-Dollar nach Nordkorea als Gegenleistung für Monopolrechte für sieben Wirtschaftsprojekte im Norden bezeichnet. Obwohl die Geldüberweisung als illegal betrachtet werden könne, habe die Regierung in der Überzeugung gehandelt, dass dies dem Frieden und den Staatsinteressen dienen werde. Auf einer Pressekonferenz reagierte Präsident Kim damit auf die heftigen Auseinandersetzungen über kurz vor dem ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen im Juni 2000 von der Hyundai Reederei an Nordkorea gezahlte Geheimgelder. Wie Präsident Kim weiter sagte, handle es sich dabei um die Beteiligung von Hyundai an sieben Wirtschaftsprojekten im Norden in den Bereichen, Eisenbahn, Stromversorgung, Telekommunikation, Tourismus und Einrichtung eines Industrieparks in Gaeseong. Da der Geldtransfer bei der Bevölkerung umstritten ist, solle die Regierung den Sachverhalt ans Licht bringen. Die Verantwortung wolle er tragen, sagte Kim. Präsident Kim bekräftigte allerdings die Unvermeidlichkeit von illegalen Praktiken bei einigen innerkoreanischen Angelegenheiten, falls Südkorea eine Aussöhnung und Zusammenarbeit mit Nordkorea anstreben wolle. Denn Nordkorea gelte laut südkoreanischem Gesetz als Feindstaat. Hinter dem umstrittenen Geldtransfer stecke Patriotimus und der Wunsch nach Frieden und gemeinsamem Gedeihen des Volkes, so Präsident Kim. Am Rande der Pressekonferenz sagte der Präsidentenberater für Außen-, Sicherheits- und Wiedervereinigungspolitik, Lim Dong-won, dass er damals als Chef des Nationalen Nachrichtendienstes (NIS) auf Bitten von Hyundai die entsprechende Geldüberweisung arrangiert habe.