In den 1970er Jahren ist es zu großen diplomatischen Reibereien zwischen Seoul und Pjöngjang gekommen, als Südkorea diplomatische Beziehungen mit Libyen aufgenommen hatte.
Das geht aus Dokumenten hervor, die das Seouler Außenministerium nach Ablauf der 30-jährigen Geheimhaltungsfrist der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Laut den Daten hatte der libyische Machthaber Muammar al-Gaddhafi 1975 sowohl nach Nord- als auch Südkorea militärische Delegationen schicken wollen. Der Plan für die Entsendung nach Südkorea musste jedoch wegen des Protests Nordkoreas abgesagt werden.
Die Konfrontation zwischen Seoul und Pjöngjang eskalierte anschließend weiter. Als Nordkorea eine Anzeige zum Propagandazweck in einer libyschen Zeitschrift schaltete, forderten südkoreanische Diplomaten Libyen auf, sich nicht mehr für die kommunistische Propaganda einspannen zu lassen.
In einem Bericht an den Staatspräsidenten 1981 schrieb das südkoreanische Außenministerium zudem, dass die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Libyen die Grundlage für diplomatische Manöver Nordkoreas im Nahen Osten geschwächt habe. Außenpolitisch habe Südkorea in der Region die Oberhand gewonnen.