Der langjährige nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il hat nach Angaben seines ältesten Sohnes nicht immer die volle Kontrolle über das Militär gehabt.
Das sagte der bei seinem Vater in Ungnade gefallene Kim Jong-nam dem japanischen Journalisten Yoji Komi. Komi hatte Kim Jong-nam drei Mal getroffen rund 150 E-Mails mit ihm ausgetauscht. Auf der Grundlage der Informationen verfasste er ein Buch, dessen koreanische Übersetzung heute im Seouler Pressezentrum vorgestellt wurde.
Komi sagte bei der Präsentation weiter, Kim Jong-nam sehe den nordkoreanischen Angriff auf die Insel Yeonpyeongdo als Versuch des Militärs, die eigene Position zu verbessern und den Atomwaffenbesitz zu legitimieren. Laut den Äußerungen Kim Jong-nams sei jederzeit mit einer weiteren Provokation des Nordens zu rechnen, ergänzte er.
Weiter sagte Komi, Kim sei zur Beerdigung seines Vaters nach Pjöngjang gereist. Zudem habe er von nordkoreanischen Flüchtlingen gehört, dass auch diese vom Tod Kim Jong-ils sehr geschockt gewesen seien.