Nach Angaben von Präsident Lee Myung-bak will Südkorea trotz der atomaren Bemühungen Nordkoreas keine taktischen Atomwaffen im Land stationieren.
Sollte Südkorea Atomwaffen besitzen, könne es von Nordkorea nicht länger die Abschaffung seiner Atomwaffen fordern, sagte Lee am Mittwoch im Interview mit der US-Tageszeitung "Wall Street Journal" und anderen Medieneinrichtungen.
Sollten Süd- und Nordkorea über Nuklearwaffen verfügen, würden auch Japan und Taiwan umgehend atomar aufrüsten. Aus diesem Grund werde eine Stationierung von Atomwaffen in Südkorea nicht einmal erwogen, ergänzte er.
Der Wechsel im nordkoreanischen Regime könne als Sprungbrett für eine Öffnung gegenüber dem Ausland und Reformen dienen.
Weiter sagte er, trotz der Drohungen und scharfen Rhetorik Nordkoreas gegenüber Seoul, bleibe er unbeeindruckt und beurteile den Norden weiterhin positiv. Südkorea würde aktiv Unterstützung leisten, sollte Pjöngjang sich für den Weg der Veränderung und Reform entscheiden.
Bei seinem Besuch in Myanmar im letzten Monat habe er den dortigen Präsidenten Thein Sein gebeten, Nordkorea über die Demokratiebewegung und Reformen zu berichten.
Lee betonte, dass Südkorea keinen Kollaps des Nordens und stattdessen eine schrittweise und friedliche Wiedervereinigung mit Nordkorea wünsche.