Präsident Roh Moo-hyun hat der Lösung der Nuklearkrise um Nordkorea größere Priorität eingeräumt als dem Zustandebringen des zweiten innerkoreanischen Gipfeltreffens. Augenblicklich sei es am wichtigsten, eine günstige Atmosphäre für die Wiederaufnahme des US-nordkoreanischen Dialogs zu schaffen, sagte Roh in einem Interview mit der südkoreanischen Tageszeitung „Munhwa Ilbo“. Ein zweites Gipfeltreffen sei wünschenswert, nachdem die USA und Nordkorea ihren Streit um das Nuklearprogramm überwunden haben. Erst dann sei ein zweites innerkoreanisches Gipfeltreffen zum Vertrauensaufbau sowie Abbau von militärischen Konfrontationen angebracht, sagte Roh. Zum möglichen nordkoreanischen Atomwaffenbesitz sagte er, dass man den Verdacht weder bestätigen noch dementieren könne. Selbst wenn Nordkorea Atomwaffen besitze, könne das Land Schwierigkeiten haben, deren Existenz plötzlich zuzugeben, hieß es. Im Hinblick auf die Aussichten des Nuklear-Konflikts äußerte sich Roh zuversichtlich, dass Nordkorea schließlich sein Nuklear- und Raketenprogramm aufgeben werde. Nordkoreas Nachbarn garantierten dem Land anschließend Sicherheit und die wirtschaftliche Unterstützung des Auslands beschleunigte dann Nordkoreas Integration in die Weltgemeinschaft, so Präsident Roh.