Nordkorea hat Südkoreas Gesprächsvorschlag strikt abgelehnt. Pjöngjang hat zudem gedroht, dass "letzte und ernste" Maßnahmen nicht vom Süden, sondern vom Norden getroffen werden könnten.
Damit hat die nordkoreanische Verteidigungskommission den gestrigen Vorschlag der südkoreanischen Regierung abgelehnt, Arbeitsgespräche über die Frage des Kaesong-Industriekomplexes durchzuführen.
Es würde lediglich den "letzten Untergang" beschleunigen, wenn die Verantwortlichen, die die innerkoreanischen Beziehungen in eine Kriegsphase getrieben hätten, von betrügerischen Regierungsgesprächen oder von wichtigen Maßnahmen mit einem Ultimatum sprechen würden. In der Erklärung der Verteidigungskommission hieß es weiter, der Süden könne seine Mitarbeiter aus Kaesong vollständig zurückziehen, wenn man um deren Leben besorgt sei. Nordkorea sei bereit, für den Rückzug der Südkoreaner aus Kaesong alle humanitären Maßnahmen zu treffen, darunter eine Sicherheitsgarantie.
Das Vereinigungsministerium in Seoul hatte gestern Nordkorea dazu aufgerufen, auf den Vorschlag für innerkoreanische Gespräche über die Frage des Kaesong-Industrieparks bis Freitagmittag zu antworten. Das Ministerium hatte zudem gewarnt, dass es "gravierende Maßnahmen" ergreifen werde, sollte Nordkorea das Ultimatum verstreichen lassen.
Unterdessen hat Präsidentin Park Geun-hye für 15 Uhr eine Sitzung der für Sicherheitsfragen zuständigen Minister einberufen. Wie die Regierung weiter vorgehen will, blieb zunächst unklar. Es wurde jedoch erwartet, dass Seoul die noch 175 Südkoreaner zurückrufen wird, die sich noch in dem grenznahen Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Stadt Kaesong aufhielten.
Der Betrieb in dem Komplex steht seit dem 9. April still. Pjöngjang hatte alle 53.000 nordkoreanischen Arbeiter abgezogen, die dort für 123 Unternehmen aus Südkorea gearbeitet hatten.
Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar spürbar erhöht.