Wegen des Konflikts um den innerkoreanischen Industriepark Kaesong will das südkoreanische Vereinigungsministerium um 18 Uhr eine Regierungserklärung abgeben.
Die ursprünglich für 16 Uhr geplante Bekanntgabe der Erklärung im Anschluss der Sicherheitsministersitzung unter Leitung von Präsidentin Park Geun-hye ist zuerst auf 17 und dann auf 18 Uhr verschoben worden.
Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf, ob die Regierung wie angekündigt "gravierende Maßnahmen" beschließen wird. Das Vereinigungsministerium in Seoul hatte gestern Nordkorea aufgerufen, auf den Vorschlag für innerkoreanische Gespräche über die Frage des Kaesong-Industrieparks bis Freitagmittag zu antworten. Das Ministerium hatte zudem gewarnt, dass es "gravierende Maßnahmen" ergreifen werde, sollte Nordkorea das Ultimatum verstreichen lassen.
Kurz vor dem Beginn der Ministersitzung hatte Nordkorea Südkoreas Gesprächsvorschlag strikt abgelehnt. Pjöngjang drohte zudem, dass "letzte und ernste" Maßnahmen nicht vom Süden, sondern vom Norden getroffen werden könnten. Es würde lediglich den "letzten Untergang" beschleunigen, wenn die Verantwortlichen, die die innerkoreanischen Beziehungen in eine Kriegsphase getrieben hätten, von betrügerischen Regierungsgesprächen oder von wichtigen Maßnahmen mit einem Ultimatum sprechen würden. In der Erklärung der Verteidigungskommission hieß es weiter, der Süden könne seine Mitarbeiter aus Kaesong vollständig zurückziehen, wenn man um ihr Leben besorgt sei. Nordkorea sei bereit, für den Rückzug der Südkoreaner aus Kaesong alle humanitären Maßnahmen zu treffen, darunter eine Sicherheitsgarantie.
Bei der Sitzung der für die Sicherheit zuständigen Minister sagte Präsidentin Park, Es sei zu viel zu opfern, bezüglich des Kaesong-Komplexes einfach warten zu müssen. Seoul habe für die Normalisierung des Industrieparks große Bemühungen unternommen und sogar Gespräche vorgeschlagen, was Nordkorea abgelehnt habe, sagte Park. Unabhängig vom Ergebnis der Sicherheitsministersitzung solle man Unterstützungsmaßnahmen für die in Kaesong angesiedelten Unternehmen ausarbeiten, hieß es.
Unterdessen betonte die größte Oppositionspartei DUP am Freitag, dass der Kaesong Komplex als Symbol für die innerkoreanische Aussöhung und Kooperation in keinem Fall geschlossen werden solle.