Mit der Aussetzung des Betriebs im innerkoreanischen Industriekomplex von Kaesong sind zugleich auch sämtliche Geschäftstransaktionen zwischen Süd- und Nordkorea praktisch zum Erliegen gekommen.
Das geht aus Daten des Vereinigungsministeriums in Seoul und der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hervor.
Auf das Industrieprojekt in der nordkoreanischen Stadt Kaesong entfielen danach im vergangenen Jahr und den ersten drei Monaten dieses Jahres 99,55 Prozent des wirtschaftlichen Austausches zwischen beiden Ländern.
Während dieser 15-monatigen Periode erreichte der bilaterale Handels schätzungsweise 2,51 Milliarden Dollar. Von dem Kaesong-Komplex abgesehen, entfielen die restlichen 0,45 Prozent auf Auftragsproduktionen und Hilfsleistungen für Nordkorea durch nicht-staatliche Organisationen.
Nachdem Seoul die wirtschaftlichen Beziehungen zu Pjöngjang vor drei Jahren zurückgefahren habe, sei der Kaesong-Komplex praktisch die einzige wirkliche Verbindung zwischen beiden Ländern gewesen, sagte ein Ministeriumsbeamte.
Pjöngjang hatte im April angesichts der verschärften Spannungen auf der koreanischen Halbinsel alle nordkoreanischen Arbeiter aus dem Kaesong-Gewerbekomplex abgezogen.