Bei dem für den 15. Mai geplanten südkoreanisch-amerikanischen Gipfeltreffen in Washington wollen beide Seiten erneut ihr festes Prinzip bekräftigen, wonach das nordkoreanische Nuklearprogramm keinesfalls toleriert werden soll. Zudem wird eine Erklärung erwartet, in der unabhängig vom nordkoreanischen Eingeständnis über den Atomwaffenbesitz eine friedliche Lösung gefordert werden soll. Das sagte ein südkoreanischer Regierungsvertreter. Er bezog sich mit seinen Aussagen auch auf einen Artikel der „New York Times“. Die Zeitung hatte gestern berichtet, US-Präsident George W. Bush habe seinen Kurs in der Nordkorea-Frage korrigiert und wolle sich nun darauf konzentrieren, eine Weiterverbreitung nordkoreanischer Atomwaffen zu verhindern. Außenminister Yoon Young-kwan sagte, der Bericht der „New York Times“ vertrete seiner Ansicht nach nicht den Standpunkt der amerikanischen Regierung. Die Zeitung stützt sich dabei auf die Bemerkungen von US-Beamten, die beim Treffen zwischen US-Präsident Bush und dem australischen Ministerpräsidenten John Howard am vergangenen Wochenende anwesend waren. Bush soll gegenüber Howard gesagt haben, dass seine Hauptbedenken sich nicht mehr auf den nordkoreanischen Atomwaffenbesitz richteten, sondern darauf, wohin diese Waffen weiter gelangen. Bush habe ein sehr realistisches Bild von der Gefahr und habe den Fokus darauf gelegt, die Weiterverbreitung von Plutonium zu verhindern, hieß es.