Die südkoreanische Regierung hat Nordkoreas Vorschlag akzeptiert, am 14. August die innerkoreanischen Gespräche zur Normalisierung des Betriebs des Industriekomplexes in Kaesong fortzusetzen.
Dies gab der Sprecher des Vereinigungsministeriums Kim Hyung-seok bekannt.
Den Vorschlag nehme Seoul als Reaktion auf die wiederholte Aufforderung des Südens zum Dialog zur Kenntnis. Seoul hoffe auf positive Ergebnisse für die Normalisierung des Kaesong-Komplexes.
Das nordkoreanische Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes teilte am Mittwochnachmittag in einer Sondererklärung mit, der Norden wolle den vorläufigen Stopp des Betriebs aufheben, die Ein- und Ausreise der Südkoreaner erlauben, ihnen den gewöhnlichen Pendelverkehr gewährleisten sowie ihre Sicherheit garantieren. Das Vermögen der südkoreanischen Unternehmen werde geschützt. Die Wiederinbetriebnahme des Komplexes unter der Voraussetzung, dass sich ein ähnlicher Vorfall wie der einseitige Betriebsstopp durch Nordkorea nicht wiederholen werde, werde ebenfalls garantiert, hieß es. Den Vorschlag hat Nordkorea der südkoreanischen Regierung auch über den Verbindungskanal im Waffenstillstandsdorf Panmunjom unterbreitet.
Als Verhandlungsort wurde die Industriezone im nordkoreanischen Kaesong vorgeschlagen.
Die südkoreanische Regierung hat kurz vor Nordkoreas Gesprächsangebot bekannt gegeben, ab morgen 109 in Kaesong angesiedelten Unternehmen eine Versicherung für die innerkoreanische Wirtschaftskooperation auszahlen zu wollen.
Insgesamt 109 Unternehmen hatten Versicherungszahlungen in Höhe von 280 Milliarden Won oder etwa 245 Millionen Dollar beantragt. Die gesamte geforderte Summe wurde von der Regierung akzeptiert. Die Auszahlung solle morgen beginnen.
Mit dem Beginn der Auszahlungen wird die Regierung das Verfügungsrecht über Unternehmensvermögen im innerkoreanischen Industriepark erhalten. Daher galt der Beschluss als ein entscheidender Schritt der Regierung, der voraussichtlich auch die Schließung des Industriekomplexes bedeuten könnte.
Südkorea hatte am 28. Juli ein letztes Angebot für Gespräche über den Kaesong-Industriepark unterbreitet. Zuvor waren sechs Runden von Arbeitsgesprächen ohne Einigung zu Ende gegangen.
In dem Industriepark waren etwa 53.000 Nord- und 800 Südkoreaner tätig, als Nordkorea Anfang April alle Landsleute zurückgezogen hatte.
Einer der Gründe war, dass südkoreanische Medien die Würde des nordkoreanischen Staatschefs herabgesetzt hätten.
Einen Monat danach zog die südkoreanische Regierung ihre Landsleute ab.
Das kumulierte Produktionsvolumen in Kaesong betrug Ende des letzten Jahres etwa zwei Milliarden Dollar.