Der innerkoreanische Industriepark Kaesong in Nordkorea, in dem seit 133 Tagen die Produktion ruht, wird voraussichtlich bald wieder öffnen.
Bei der heutigen siebten Verhandlungsrunde in Kaesong konnten beide Seiten ein fünf Punkte umfassendes Einigungsdokument zur Normalisierung des Betriebs in der Sonderzone annehmen.
Hinsichtlich des bisher größten Streitpunktes, wer für den Betriebsstopp des Industrieparks verantwortlich ist, und wer für die Verhinderung der Wiederholung ähnlicher Fälle Sorge tragen soll, wurde vereinbart, dass ein ähnlicher Vorfall von beiden Koreas gemeinsam verhindert werden müsse. Der normale Betrieb des Komplexes, darunter der stabile Pendelverkehr der Südkoreaner zu dem Industriepark, die Arbeit der Nordkoreaner sowie der Schutz von Unternehmensvermögen solle in jedem Fall frei von politischen Einflüssen garantiert werden, hieß es.
Über die aus der Stilllegung resultierenden Probleme, darunter eine Entschädigung für südkoreanische Unternemen soll im gemeinsamen Komitee für das Management des Komplexes gesprochen werden.
In dem Einigungsdokument wurde jedoch kein Termin für die Wiederöffnung der Industriezone angegeben.
Hinsichtlich der vom Süden angestrebten Internationalisierung des Komplexes einigten sich beide Seiten darauf, gemeinsam Informationsveranstaltungen im Ausland durchzuführen.
Zur Umsetzung der Einigungen einigten sich beide Seiten darauf, ein gemeinsames Komitee mit notwendigen Unterausschüssen einzurichten. Dafür wollen beide Koreas in baldiger Zeit ein Einigungsdokument für die Bildung und den Betrieb des gemeinsamen Komitees beschließen.
Laut weiteren Einigungen wollen sich beide Seiten umgehend dafür einsetzen, dass die Unternehmen nach Wartungsarbeiten ihre Produktionsanlagen wieder in Betrieb nehmen können.
Das Einigungsdokument wurde von den Chefunterhändlern Kim Ki-woong aus Seoul und Park Chul-soo aus dem Norden unterschrieben.
Präsidentin Park Geun-hye hat ihren Wunsch geäußert, dass die heutigen Arbeitsgespräche zur Kaesong-Frage einen Wendepunkt für neue innerkoreanische Beziehungen bilden würden. Zudem hoffe sie, dass sich beide Koreas für die Globalisierung des Kaesong-Komlexes einsetzen würden, teilte ihr Sprecher Lee Jung-hyun mit.
In dem Industriepark waren etwa 53.000 Nord- und 800 Südkoreaner bei 123 Unternehmen tätig, als Nordkorea Anfang April alle Landsleute zurückgezogen hatte.
Einer der Gründe war, dass südkoreanische Medien die Würde des nordkoreanischen Staatschefs herabgesetzt hätten. Einen Monat danach zog die südkoreanische Regierung ihre Landsleute ab.
Das akkumulierte Produktionsvolumen in Kaesong betrug Ende des letzten Jahres etwa zwei Milliarden Dollar.