Das Steueramt will voraussichtlich umfangreiche Ermittlungen wegen Steuerflucht ins Ausland einleiten.
Die Behörde teilte mit, eine Liste von 405 Südkoreanern sichergestellt zu haben, die in Steueroasen wie den Britischen Jungferninseln Briefkastenfirmen gegründet haben. Dafür wurden aus Daten über Steueroasen, die den Steuerämtern der USA, Großbritanniens und Australiens vorliegen, alle Personen ausgewählt, bei denen eine südkoreanische Staatsangehörigkeit vermutet wurde.
267 Personen von ihnen seien bereits identifiziert worden. Etwa die Hälfte davon seien Unternehmer, deren Familienmitglieder sowie Vorstandsmitglieder oder Mitarbeiter von Firmen, fügte das Steueramt hinzu.
Die Behörde will anhand der vorliegenden Finanzdaten zu den betroffenen Briefkastenfirmen und der persönlichen Daten der Anteilshaber feststellen, ob Steuerhinterziehung vorliegt. Zunächst wurden gegen 29 Personen aus der Liste Ermittlungen wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung aufgenommen.
Unabhängig davon ermittelte die Behörde nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr gegen 127 Personen wegen möglicher Steuerflucht ins Ausland. Die Betroffenen wurden zur Nachzahlung von Steuern in Höhe von 601 Milliarden Won oder knapp 550 Millionen Dollar aufgefordert.