Die südkoreanische Regierung hält es für möglich, dass ein im März gestoppter nordkoreanischer Fischkutter die innerkoreanische Seegrenze absichtlich verletzt hatte.
Der Kutter hatte am 27. März die Nördliche Grenzlinie (NLL) im Westmeer überquert. Nachdem dieser trotz Warnungen nicht umgekehrt war, brachte die südkoreanische Marine den Kutter auf und leitete ihn am folgenden Morgen in den Norden zurück.
An Bord des Fischkutters seien zwar einige Geräte für den Fischfang gewesen, die Netze seien jedoch in einem schlechten Zustand und für den Fischfang kaum geeignet gewesen, sagte eine Regierungsquelle am Sonntag. Es habe auch keinen Fang an Bord gegeben.
Trotz der schlechten Wetterlage und der geringen Sichtweite von rund 90 Metern habe sich das Schiff am späten Nachmittag der NLL angenähert. Damals hätten sich anders als gewöhnlich über zehn nordkoreanische Kriegsschiffe jenseits der NLL befunden. Angesichts der damaligen Situation und späteren Provokationen und Drohungen Nordkoreas gehe Seoul mittlerweile von einer vorsätzlichen Grenzverletzung aus, hieß es.
Nach der Rückkehr des Fischkutters behauptete Nordkoreas Volksarmee am 28. März, dass Südkorea die Fischer geschlagen habe und zum Überlaufen zwingen wollte. Die Behauptung wiederholten die Fischer auf einer Pressekonferenz am darauf folgenden Tag.