Der Mindestlohn für die nordkoreanischen Arbeiter im innerkoreanischen Industriepark in Kaesong wird rückwirkend ab Mai um fünf Prozent angehoben.
Darauf hätten sich der südkoreanische Ausschuss für das Management der Industriezone und die nordkoreanische Behörde zur Entwicklung von Sonderzonen geeinigt, teilte der Sprecher des Seouler Vereinigungsministeriums, Kim Eui-do, mit.
Demnach werde der Mindestlohn auf 70,35 Dollar steigen. Die Lohnerhöhung gelte rückwirkend ab Mai, hieß es. Der Mai-Lohn wird Ende Juni gezahlt.
Nordkorea hatte gefordert, dieses Jahr den Mindestlohn zwei Mal jeweils um fünf Prozent zu anzuheben. Grund war die fehlende Lohnanhebung im vergangenen Jahr als Folge der vorläufigen Betriebsaussetzung. Südkorea beharrte dagegen auf eine einmalige Lohnanhebung wie bisher.
Beide Seiten konnten schließlich einen Kompromiss finden, dass die Lohnerhöhung früher als in den letzten Jahren zustande komme. Bislang war der Schritt im August erfolgt.
Derzeit arbeiten rund 52.000 Nordkoreaner in der innerkoreanischen Industriezone. Sie verdienen im Schnitt 135 bis 150 Dollar im Monat. Südkoreanische Unternehmen zahlen schätzungsweise 87 Millionen Dollar im Jahr an ihre nordkoreanischen Arbeiter. Mit der diesmaligen Lohnanhebung wird sich Nordkorea vermutlich vier Millionen Dollar zusätzlich im Jahr sichern.