Südkoreanische Regierungsbeamte haben den angeblichen Abschluss der Arbeiten zur Wiederaufbereitung von atomaren Brennstäben durch Nordkorea nicht bestätigt. Der Außenminister Yoon Young-kwan sagte, weder die USA noch Südkorea hätten Beweise dafür gefunden. Auch der Außenberater Ban Gi-mun machte ähnliche Angaben. Aus politischen Kreisen in Washington hieß es am vergangenen Sonntag, dass Nordkorea die Wiederaufbereitung aller 8000 abgebrannten Atombrennstäbe im umstrittenen Reaktorkomplex Yongbyon bereits abgeschlossen habe. Nach einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap habe dies Nordkorea bei einem inoffiziellen Kontakt mit den USA am 8. Juli in New York mitgeteilt. Aus den Brennstäben lässt sich nach Angaben südkoreanischer und amerikanischer Experten ausreichend Plutonium zum Bau von mindestens sechs Atombomben gewinnen. Bei diesem Gespräch teilte die nordkoreanische Seite darüber hinaus mit, dass das Land künftig nur die Kontaktaufnahme in New York als offiziellen Dialogkanal zwischen beiden Ländern anerkennen wolle. Zu dem Gespräch kamen unter anderem der US-Sonderbotschafter für Korea-Fragen, Jack Pritchard, und der nordkoreanische UN-Botschafter Park Gil-yeon zusammen. Der nordkoreanische Botschafter machte außerdem deutlich, dass Nordkorea einen multilateralen Dialog nicht ablehne, jedoch ein vorangehendes Gespräch zwischen Nordkorea und den USA als Bedingung durchsetzen wolle.