Laut einem US-Experten könnte die Aussicht auf Gnade gegenüber der nordkoreanischen Elite und eine Garantie für die Aufrechterhaltung ihres Status und Vermögens nach der Einheit den Prozess der Reform in Nordkorea und der Wiedervereinigung beider Koreas antreiben.
Diese Meinung äußerte Thomas Fingar von der Standford Universität bei einem internationalen Seminar in Seoul, das das südkoreanische Institut für Nationale Sicherheitsstrategie veranstaltete.
Frühere Reformversuche in Nordkorea seien an der Meinung der Machtelite gescheitert, dass sie dann ihre Privilegien nicht mehr genießen könnten und die größten Verlierer wären, sollte eine Wiedervereinigung über eine Absorption des Nordens durch den Süden zustande kommen.
Als Wege für die Verwirklichung einer friedlichen Wiedervereinigung sei denkbar, der Führungsschicht Straffreiheit zu gewähren oder sie in südkoreanischen Institutionen eine sinnvolle Rolle spielen zu lassen, sagte Fingar.
Der deutsche Professor Ralf Havertz von der Keimyung Universität betonte ebenfalls, es könnte ein Anreiz für eine friedliche Wiedervereinigung darstellen, Personen bis zur mittleren Führungsebene hinsichtlich politischer Straftaten während der Teilung der Nation eine Art Amnestie zu gewähren.