Der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun sieht keine unbedingte Notwendigkeit für eine schriftliche US-amerikanische Sicherheitsgarantie für Nordkorea. In einem Interview mit dem US-Sender ABC, das gestern zum 50. Jahr der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens im Koreakrieg ausgestrahlt wurde, erläuterte Roh, dass Nordkorea im Rahmen eines multilateralen Dialogs andere Methoden finden könne, eine Garantie für seine Sicherheit zu erhalten. Wenn die USA bei Gesprächen Bereitschaft zu einer Sicherheitsgarantie zeigten, müsse es nicht unbedingt eine schriftliche Garantie sein, sagte Roh. Die jüngsten Berichte, wonach Nordkorea Fortschritte bei der Nuklearentwicklung gemacht habe, zweifelte Roh an. Südkorea und die USA seien gemeinsam der Ansicht, dass Nordkorea mit seiner Behauptung, die Wiederaufbereitung von Brennstäben abgeschlossen zu haben, so wie auch anderen Behauptungen, „etwas übertreibe“. Denn es fehle an wissenschaftlichen Beweisen für die Behauptungen. Insgesamt sei die Lage damit nicht so ernst wie allgemein befürchtet. Zu den Aussichten für einen US-nordkoreanischen Dialog sagte der südkoreanische Präsident, dass er einen multilateralen Dialog, entweder mit fünf oder sechs Teilnehmerländern, für unbedingt notwendig erachte. Denn im Zuge eines bilateralen Dialogs zwischen Nordkorea und den USA könne der derzeitige Konflikt nicht vollständig beseitigt werden, sagte Roh.