Unterhändler Süd- und Nordkoreas führen zur Stunde erstmals seit sieben Jahren Militärgespräche auf Generalsebene.
Die Gespräche am Waffenstillstandsort Panmunjeom seien um 10 Uhr begonnen worden, teilte ein Vertreter der südkoreanischen Regierung mit. Südkoreas Verhandlungsführer sei der Abteilungsleiter für Verteidigungspolitik im Verteidigungsministerium, Ryu Je-seung. Sein nordkoreanisches Gegenüber sei Kim Yong-chol, der Direktor des Büros für militärische Aufklärung.
Auf Wunsch Nordkoreas fänden die Gespräche hinter den Kulissen statt, hieß es weiter.
Das Seouler Verteidigungsministerium machte keine offiziellen Angaben zur Tagesordnung und dem Verlauf der Gespräche.
Wie verlautete, hätten Süd- und Nordkorea anlässlich einer Telefonmitteilung des Nordens unmittelbar nach einem Scharmützel nahe der Nördlichen Grenzlinie (NLL) im Westmeer am 7. Oktober das Treffen vorbereitet.
Demnach wird davon ausgegangen, dass der Abbau der militärischen Spannungen nahe der Seegrenze oben auf der Tagesordnung steht. Vermutlich ist das Abschicken von anti-nordkoreanischen Flugblättern durch südkoreanische Bürgerinitiativen über die Grenze ein weiteres Thema. Am 10. Oktober war es wegen einer solchen Aktion zu einem Schusswechsel in Yeoncheon gekommen.
Außerdem wird damit gerechnet, dass beide Seiten über den Untergang der Korvette Cheonan und den Beschuss der Insel Yeonpyeong, beides ausschlaggebende Faktoren für eine Aufhebung der südkoreanischen Sanktionen gegen Nordkorea, Meinungen austauschen würden.
Die letzten innerkoreanischen Militärgespräche auf Generalsebene fanden im Dezember 2007 statt. Militärgespräche auf Arbeitsebene wurden letztmals im Februar 2011 geführt.