Die heute überraschend hinter den Kulissen stattgefundenen innerkoreanischen Militärgespräche auf Generalsebene sind ohne Einigung zu Ende gegangen.
Das Verteidigungsministerium in Seoul bestätigte, dass die Gespräche von 10 bis 15.10 Uhr in der südkoreanischen Zone des Waffenstillstandsdorfes Panmunjom stattgefunden haben.
Südkoreas Verhandlungsführer war der Abteilungsleiter für Verteidigungspolitik im Verteidigungsministerium, Ryu Je-seung. Sein nordkoreanisches Gegenüber sei Kim Yong-chol, der Direktor des Büros für militärische Aufklärung, gewesen.
Nordkorea forderte, das Vorstoßen südkoreanischer Kriegsschiffe über die vom Norden gezogene Grenzlinie im Westmeer zu verbieten und die Verbreitung von Flugblättern mit antinordkoreanischem Inhalt einzustellen. Pjöngjang forderte zudem den Stopp von Verleumdungen unter anderem durch die südkoreanische Presse.
Daraufhin forderte Südkorea, die vom UN-Kommando gezogene Nördliche Grenzlinie im Westmeer NLL zu respektieren. Seoul wiederholte die Position, in der demokratischen Gesellschaft Flugblattaktionen von Bürgerverbänden nicht einfach verbieten zu können, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums Kim Min-seok. Bei dem heutigen Gespräch sei keine Einigung erzielt worden, auch nicht auf weitere Gespräche, hieß es. Unterdessen hat Südkorea vorgeschlagen, die vereinbarten ranghohen Regierungsgespräche am 30. Oktober abzuhalten.
Das Treffen sei auf Vorschlag Nordkoreas zustande gekommen. Anlass war ein Scharmützel nahe der Nördlichen Grenzlinie (NLL) im Westmeer am 7. Oktober infolge der Verbreitung von Flugblättern mit antinordkoreanischem Inhalt.
Die letzten innerkoreanischen Militärgespräche auf Generalsebene fanden im Dezember 2007 statt. Militärgespräche auf Arbeitsebene wurden letztmals im Februar 2011 geführt.