Nach einer gescheiterten Verteilung antinordkoreanischer Flugblätter am Wochenende hat Nordkorea bisher de facto nicht darauf reagiert.
Nordkorea hatte den Stopp der Verbreitung von antinordkoreanischen Flugblättern zur Bedingung für innerkoreanische Gespräche gemacht.
Das Vorhaben konservativer Bürgerinitiativen Südkoreas, am Samstag in der Grenzstadt Paju Flugblätter über die Grenze zu schicken, konnte wegen Zusammenstößen mit progressiven Aktivisten und Einwohnern nicht umgesetzt werden. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete an dem Tag über die Zusammenstöße und kritisierte die Passivität der südkoreanischen Polizei.
Außer dieser kurzen Meldung gaben jedoch weder nordkoreanische Machtorgane noch offizielle Medien wie das Parteiorgan „Rodong Sinmun“ eine Stellungnahme dazu ab.
Über künftige Entwicklungen herrschen Differenzen. Einige Beobachter meinen, dass es nun für Nordkorea schwer sei, unter dem Vorwand der Flugblattaktion ranghohe Kontakte mit Südkorea weiter zu verweigern. Demnach wird davon ausgegangen, dass Nordkorea bald Südkoreas Vorschlag für Gespräche am 30. Oktober akzeptieren oder einen Gegenvorschlag unterbreiten wird.
Andere halten es für möglich, dass der Norden unter dem Vorwand einer vagen Haltung der südkoreanischen Regierung die Gespräche absagt oder weiter Druck ausübt.