Beide Koreas werden sich voraussichtlich nächste Woche auf der Bühne der Vereinten Nationen in Genf einen Schlagabtausch über die Nuklear- und Menschenrechtsproblematik liefern.
Südkoreas Vizeaußenminister Cho Tae-yeol wird am 3. März bei einer hochrangigen Sitzung des UN-Menschenrechtsrates (UNHRC) eine Rede zur Menschenrechtslage in Nordkorea halten. Dabei wird Cho Folgemaßnahmen der UN-Resolution zur Verbesserung der Menschenrechte im Norden fordern und die Überführung von nordkoreanischen Flüchtlingen und getrennt lebenden Familien in Süd- und Nordkorea thematisieren. Am 4. März wird der südkoreanische Vizeaußenminister bei der Genfer Abrüstungskonferenz die Dringlichkeit der nordkoreanischen Nuklearproblematik hervorheben.
Am 3. März wird Nordkoreas Außenminister Ri Su-yong bei der Genfer Abrüstungskonferenz und vor dem UN-Menschenrechtsrat Nordkoreas Standpunkte zur Menschenrechts- und Nuklearproblematik erörtern. Es ist das erste Mal, dass ein nordkoreanischer Außenminister seit der Gründung des UN-Menschenrechtsrats 2006 bei einer ranghohen Sitzung des Gremiums auftreten wird.
Ri wird voraussichtlich den Bericht der UN-Untersuchungskommission und die UN-Resolution zu den Menschenrechten in Nordkorea als ungültig darstellen. Hintergrund ist, dass der nordkoreanische Flüchtling Shin Dong-hyuk, der im Zuge der Erstellung des Berichts als einer der Zeugen angehört worden war, falsche Aussagen zugegeben hatte.