US-Präsident George W. Bush hat in der Nordkorea-Politik offenbar einen einschneidenden Kurswechsel beschlossen. Die Online-Ausgabe der „New York Times“ berichtete am Freitag, dass sich Bush zu einem stufenweisen Vorgehen entschlossen habe. Beginnend mit der Lockerung von Sanktionen wolle er schließlich den Abschluss eines Friedensabkommens mit Nordkorea erreichen. Dies zeige deutlich, dass in der Nordkoreapolitik der USA ein einschneidender Kurswechsel vorgenommen wurde, so „New York Times Online“. Die Bush-Regierung hatte bisher strikt an ihrem Prinzip festgehalten, Nordkorea kein neues Angebot unterbreiten zu wollen, bis das Land sein Atomprogramm vollständig aufgegeben hat. Laut Angaben von ranghohen US-Beamten ließ Bush seine neue Position gegenüber Nordkorea bei den Sechser-Gesprächen in Peking übermitteln. Nordkorea soll jedoch auf die entsprechenden Erläuterungen des US-Chefunterhändlers James Kelly keine direkte Reaktion gezeigt haben, hieß es. Wie die Online-Zeitung weiter schrieb, basiere die neue Position Bushs auf Vorschlägen des Außenministers Colin Powell. Powell favorisiert eine stufenweise Lösung, die auch stufenweise Gegenleistungen der USA für den nordkoreanischen Verzicht auf das Atomprogramm vorsieht.