Nordkorea hat erstmals auf den Bericht über die mutmaßliche Hinrichtung von Verteidigungsminister Hyon Yong-chol reagiert.
Der südkoreanische Geheimdienst hatte letzte Woche vor dem Parlament mitgeteilt, dass Hyon anscheinend Ende April hingerichtet worden sei.
Die nordkoreanische Propaganda-Webseite Uriminzokkiri kritisierte in einer Erklärung am Sonntag, dass die südkoreanische Regierung Machenschaften gegen Nordkorea fortsetze, indem sie mit diffamierenden Worten wie über Terrorherrschaft die höchste Würde verletze und das nordkoreanische System verleumde.
Uriminzokkiri stufte Reaktionen der südkoreanischen Regierung und Medien auf die Hinrichtung Hyons als Wahnsinn ein, mit dem Nordkorea diffamiert werde. Das sei eine schwere Provokation und ein nicht zu duldender Hochverrat. Sollte die südkoreanische Regierung die höchste Würde Nordkoreas weiter verdammen, werde sie einen vernichtenden Feuerregen nicht vermeiden können, drohte die Webseite.
Jedoch wurde weder bestätigt, ob Hyon tatsächlich hingerichtet wurde noch wurde dies dementiert.
Dazu sagte Nordkorea-Professor Nam Sung-wook von der Korea Universität, bei einem Eingeständnis der Hinrichtung Hyons würde die Terrorherrschaft von Kim Jong-un in der Weltgemeinschaft als Faktum anerkannt, was eine weitere Isolation Nordkoreas herbeiführen würde. Daher wolle Pjöngjang mit psychologischer Kriegsführung den Vorfall unter den Teppich kehren.
Es wird demnach als denkbar betrachtet, dass Nordkorea eine Hinrichtung Hyons zunächst nicht bestätigen wird.