Die südkoreanische Regierung hat mehrere Dutzend Unternehmen in der Sonderzone Kaesong wegen ihres Verhaltens im Lohnstreit mit Nordkorea verwarnt.
Die Unternehmen hätten gegen Richtlinien verstoßen, nach denen Pjöngjangs einseitige Lohnforderung nicht akzeptiert werden sollte. Das Vereinigungsministerium machte deutlich, dass den Abweichlern empfindliche Strafen drohten, sollten sie ein weiteres Mal Anweisungen missachten.
Nordkorea hatte einseitig eine Lohnanhebung für seine 54.000 Arbeiter in der Sonderzone um 5,18 Prozent auf 74 Dollar gefordert. Südkorea hatte daraufhin Verhandlungen gefordert und den Unternehmen angeordnet, keine höheren Löhne auszuzahlen.
Von den 124 südkoreanischen Unternehmen in der Kaesong-Zone nahe der Grenze hatten 49 Firmen höhere März-Löhne gezahlt und damit Nordkoreas Forderung akzeptiert.
Ende Mai konnten sich beide Seiten in dem Streit etwas Luft verschaffen. Südkorea hatte angeboten, dass nachträglich höhere Löhne gezahlt werden können, sollten sich beide Seiten in Verhandlungen auf ein neues Lohnniveau geeinigt haben.
Südkorea will in den nächsten Tagen Gespräche anbieten, da die zehntägige Phase für die Auszahlung der Mai-Löhne am kommenden Mittwoch beginnt.
Der Industriepark Kaesong öffnete im Jahr 2004. Als letztes noch laufendes Austauschprojekt gilt er als Symbol der Aussöhnung.