Die gestern inmitten erhöhter Spannungen überraschend aufgenommenen innerkoreanischen Gespräche im Waffenstillstandsdorf Panmunjeom sind um 15.30 Uhr nach elfstündiger Pause wieder aufgenommen worden.
Südkorea wird wie gestern vom Leiter des Büros für nationale Sicherheit im Präsidialamt Kim Kwan-jin sowie Vereinigungsminister Hong Yong-pyo vertreten. Nordkorea repräsentieren der Sekretär der Arbeiterpartei Kim Yang-gon und der Leiter des Politbüros des Militärs Hwang Pyong-so.
Bei den Marathonverhandlungen von gestern 18.30 Uhr bis heute 4.15 Uhr morgen früh konnten beide Seiten keine Einigung erzielen, teilte Präsidialsprecher Min Kyung-wook mit.
Beide Seiten hätten umfassend über die Lösung der jüngst hervorgerufenen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und die Entwicklung der künftigen innerkoreanischen Beziehungen gesprochen, sagte der Sprecher.
Wie aus politischen Kreisen in Seoul verlautete, soll Südkorea den Norden aufgefordert haben, die jüngste Landminen-Provokation anzuerkennen, sich dafür zu entschuldigen und eine Nichtwiederholung ähnlicher Vorfälle zu versprechen.
Nordkorea soll keine klare Antwort gegeben haben, mit der Bemerkung, der Vergangenheit ein Ende machen und in die Zukunft schreiten zu wollen. Zudem habe Nordkorea gefordert, die psychologische Kriegsführung einzustellen und Lautsprecher für Propaganda-Durchsagen an der Grenze abzubauen.
Beide Seiten sollen zudem über die Zusammenführung getrennt lebender Familien, die Aufhebung von Südkoreas Sanktionen wegen der Versenkung der Korvette Cheonan und die Wiederaufnahme von Tourprogrammen ins Geumgang-Gebirge gesprochen haben.
Zwei Stunden vor Nordkoreas Ultimatum für Anschläge gegen den Süden hatten beide Seiten am Samstag überraschend bekannt gegeben, eine ranghohe Konferenz abzuhalten.
Nordkorea schlug gegen 16 Uhr am Freitag in einer Mitteilung Gespräche zwischen dem Leiter des Büros für nationale Sicherheit Kim Kwan-jin und Parteisekretär Kim Yang-gon vor. Die Seouler Regierung verlangte den Leiter des Politbüros des nordkoreanischen Militärs Hwang Pyong-so als Gesprächspartner. Gegen 9.30 Uhr gab Nordkorea der Forderung Seouls nach und forderte seinerseits die Teilnahme von Vereinigungsminister Hong an den Gesprächen. Seoul akzeptierte die nordkoreanische Forderung, und beide Seiten einigten sich auf Gespräche um 18 Uhr am Samstag, die dann mit 30 Minuten Verspätung aufgenommen wurden.
Gegen 15.50 Uhr am Donnerstag war in Yeoncheon in der Provinz Gyeonggi an der Grenze im Westen ein als Granate vermutetes Geschoss eingeschlagen. Südkoreanische Soldaten feuerten mit 155-Millimeter-Haubitzen Geschosse zurück.