Die südkoreanische Regierung hat bekannt gegeben, aus Protest gegen Nordkoreas vierten Atomtest und den jüngsten Raketenabschuss den Betrieb des innerkoreanischen Industriekomplexes Kaesong ab heute einzustellen.
Vereinigungsminister Hong Yong-pyo kritisierte, dass Nordkorea trotz wiederholter Warnungen der internationalen Gemeinschaft nicht hinnehmbare Provokationen verübt habe. Mit der Einstellung des Betriebs des Kaesong-Komplexes wolle Südkorea den Norden Konsequenzen ziehen lassen.
Nordkorea habe abermals erkennen lassen, sich ohne Interesse an der Existenz des Volkes unter Einsatz aller verfügbaren Mittel und Methoden lediglich für die Nuklear- und Raketenentwicklung einzusetzen. Dies dürfe sich nicht wiederholen, betonte der Minister.
Die südkoreanische Regierung will morgen mit dem Abzug von Landsleuten aus dem Kaesong-Komplex beginnen. Beratungen mit dem Norden über Folgemaßnahmen will Südkorea ebenfalls morgen aufnehmen.
Derzeit halten sich insgesamt 184 Südkoreaner in dem Industriekomplex auf.
Es ist das zweite Mal, dass Südkorea den Betrieb des 2004 eröffneten Industriekomplexes eingestellt hat.
Wie Minister Hong sagte, seien bisher über den Kaesong-Komplex insgesamt etwa 560 Millionen Dollar in den Norden geflossen, davon allein letztes Jahr 120 Millionen Dollar.