Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Geheimfonds haben der Unternehmensgruppe Lotte die bisher größte Krise beschert.
Da ihr Chef Shin Dong-bin auf einer Geschäftsreise im Ausland ist, geht der Konzern nicht geschlossen gegen die Krise vor.
Für mehrere enge Vertraute des Konzernchefs gilt ein Ausreiseverbot. Der CEO der Lotte Corporation, Noh Byeong-yong, wurde wegen der Verantwortung für die Produktion und den Verkauf des tödlichen Desinfektionsmittels für Luftbefeuchter verhaftet. Daher ist das oberste Entscheidungsgremium des Konglomerats de facto lahmgelegt.
In den meisten Geschäften kam es zu Schwierigkeiten. Der Börsengang des Lotte Hotels wurde de facto unbefristet verschoben. Die angestrebte Übernahme des US-Chemieunternehmens Axiall wurde aufgegeben.
Inzwischen holte Shin Dong-ju, der ältere Bruder des Konzernchefs, der im Machtkampf gegen Shin Dong-bin den Kürzeren gezogen hatte, zu einem Gegenschlag aus. Der frühere Vizechef von Lotte Holdings, der Holdinggesellschaft der Lotte Group, teilte mit, in der Buchführung des Lotte Hotels mögliche Unregelmäßigkeiten entdeckt zu haben und diese zu einem angemessenen Zeitpunkt bekannt zu machen. Shin Dong-ju will bei der Hauptversammlung von Lotte Holdings Ende Juni die Enthebung seines Bruders vom Vorstandsposten thematisieren lassen.