Nach Einschätzung von Mitgliedern des Währungsausschusses der Koreanischen Zentralbank könnte Südkorea sein Wachstumsziel von 2,8 Prozent kaum erreichen.
Zur Begründung wurden Folgen der Umstrukturierung von Unternehmen im zweiten Halbjahr, der lang anhaltende Exportabschwung und eine eventuelle Anhebung des Leitzinses in den USA genannt. Die Mitglieder wiesen auf die Möglichkeit hin, dass der Exportrückgang wegen des verlangsamten Wachstums des Welthandels länger als erwartet anhalten könnte. Auch eine mögliche Zunahme der privaten Verschuldung wegen Krediten bei Nichtbanken-Finanzinstituten wurde als Negativfaktor genannt.
Das geht aus dem Protokoll der Sitzung des Währungsausschusses am 9. Juni hervor, das die Notenbank am Dienstag veröffentlichte. Bei der Sitzung wurde beschlossen, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte zu senken.
Ein Mitglied sagte, es bestehe die Gefahr, dass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts dieses Jahr leicht hinter der Prognose von 2,8 Prozent zurückbleibe. Ein anderes Mitglied teilte die Einschätzung mit, dass es schwierig werden könnte, die Wachstumsprognose vom April einzuhalten.
Die Notenbank hatte im April die Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,8 Prozent nach unten korrigiert. Ihr Währungsausschuss wird am 14. Juli eine Korrektur bekannt geben.