Die Hoffnung auf ein Zustandekommen zweiter Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm vor Jahresende hat sich mittlerweile fast vollständig zerschlagen. Wegen großer Meinungsunterschiede zwischen den USA und Nordkorea ist nun in Beobachterkreisen die Meinung vorherrschend, dass die Gespräche frühestens für Mitte Januar zu erwarten seien. Als besonders wahrscheinlich gilt der Zeitraum 14. bis 16. Januar. Der Sprecher des US-Außenministeriums Richard Boucher sagte am Donnerstag (Ortszeit), dass man auf verschiedene Weise diplomatische Bemühungen unternehme, die Gespräche noch in diesem Jahr zustande zu bringen. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, dass die Gespräche auf das kommende Jahr verschoben werden. Der russische Vizeaußenminister und Chefunterhändler für die Sechser-Gespräche, Alexandre Roschkow, kündigte unterdessen seinen Plan für einen Japanbesuch am 15. Dezember an. Roschkow wolle dann Ministerpräsident Michail Kasjanow begleiten. Diplomatische Kreise in Moskau werten dies als Zeichen für die nur noch geringe Möglichkeit für zweite Atomgespräche in diesem Jahr. Roschkow hätte sonst in diesem Zeitraum Peking besucht, wenn baldige Gespräche in Aussicht stünden, hieß es. Die nordkoreanische Botschaft in Russland veröffentlichte unterdessen am Donnerstag eine Erklärung, in der die nordkoreanische Position erneut bekräftigt wurde. Das kommunistische Land wolle erst dann an weiteren Gesprächen teilnehmen, wenn die USA Nordkorea von ihrer Liste der Terrorismusförderer streichen und ihre politischen, wirtschaftlichen und militärischen Sanktionen aufheben.