Innerkoreanisches
FIG-Präsident fordert US-Turner Hamm zu Verzicht auf Gold auf
Write: 2004-08-27 00:00:00 / Update: 0000-00-00 00:00:00
Der Präsident des Weltturnverbandes FIG, Bruno Grandi, hat den Mehrkampf-Olympiasieger Paul Hamm aus den USA dazu aufgefordert, seine Goldmedaille an den südkoreanischen Bronzegewinner Yang Tae-young abzugeben.
Grandi habe am Freitag einen offiziellen Brief an den US-Turner geschickt, bestätigte der Leiter der südkoreanischen Olympia-Mannschaft, Shin Bak-jae, auf einer Pressekonferenz in Athen. In dem Brief habe der Verbandspräsident auf ein Presseinterview Hamms hingewiesen, dass er seine Goldmedaille an den Südkoreaner Yang abgeben könne, sollte der Verband dies fordern. Er habe erneut daran erinnert, dass drei Kampfrichter suspendiert wurden, nachdem bei einer FIG-Untersuchung deren Fehlurteil nachgewiesen worden war.
Der Ausgangswert des Südkoreaners am Barren war irrtümlich mit 9,9 statt 10,0 Punkten bewertet worden. Dieser Zehntelpunkt fehlte Yang, um noch an Hamm vorbeizuziehen. Yang Tae-young sei daher der wahre Sieger, so Grandi.
Der südkoreanische Mannschaftsleiter Shin begrüßte den Brief des FIG-Präsidenten. Dieser würde bei einer möglichen Klage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) die südkoreanische Position erheblich stärken. Die südkoreanische Mannschaft wolle noch vor dem Ende der Olympischen Spiele die Frage klären, hieß es.
Der US-Turnverband hat unterdessen empört auf den Brief Grandis reagiert. Dies sei nichts anderes als Nötigung, hieß es in einer Erklärung.
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