Innerkoreanisches
Kerry wirft Bush fehlgeschlagene Nordkoreapolitik vor
Write: 2004-10-01 00:00:00 / Update: 0000-00-00 00:00:00
Beim ersten Fernsehduell im US-Präsidentschaftswahlkampf hat der Kandidat der Demokraten, John Kerry, dem Amtsinhaber George W. Bush eine fehlgeschlagene Nordkoreapolitik vorgeworfen.
Kerry sagte, er würde als künftiger US-Präsident bilaterale Gespräche mit Nordkorea führen. Er wolle dabei nicht nur das umstrittene Nuklearprogramm, sondern auch das Waffenstillstandsabkommen, Menschenrechtsfragen und Wirtschaftsfragen thematisieren.
Kerry kritisierte, dass Bush eine fehlgeschlagene Nordkoreapolitik vertreten habe, sodass Nordkorea nun über vier bis sieben Atomwaffen verfüge. Kerry erinnerte daran, dass sich Bush während des Washington-Besuchs des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung im Jahre 2002 öffentlich gegen Südkoreas Nordkoreapolitik ausgesprochen habe. Auch habe Bush damals eine Bekanntmachung des US-Außenministers Powell widerrufen, der sich für die Aufrechterhaltung der Gespräche mit Nordkorea ausgesprochen hatte. Während Bush zwei Jahre lang keine Gespräche mit Nordkorea führte, habe Nordkorea Altbrennstäbe wiederaufbereitet, Inspekteure der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) ausgewiesen und Atomwaffen hergestellt, so die Kritik Kerrys.
Bush wies Kerrys Vorwürfe zurück. Bush machte Nordkorea für das Nichtzustandekommen von direkten Gesprächen zwischen Pjöngjang und Washington verantwortlich. Weil Nordkorea das US-nordkoreanische Genfer Nuklearabkommen gebrochen habe, habe man Sechser-Nukleargespräche veranstalten müssen. Wenn die USA direkte Gespräche mit Nordkorea führten, scheiterten die Sechser-Gespräche. China würde dann nicht mehr versuchen, Nordkorea zum Atomwaffenverzicht zu bewegen. Das sei, so Bush, gerade das, was sich Nordkoreas Staatschef Kim Jong-il wünsche.
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