Die Ratingagentur Fitch hat sich bei der südkoreanischen Regierung danach erkundigt, ob sie die von ihr angekündigten mittelfristigen Fiskalregeln einhalten kann.
Entsprechendes fragte Fitch bei einer Beratung zur Ermittlung der Bonitätsnote für Südkorea.
Wie das Finanzministerium mitteilte, hätten Finanzminister Hong Nam-ki und James McCormack, globaler Leiter für souveräne Ratings von Fitch, am Montag bei einem virtuellen Treffen über wichtige Anliegen im Zusammenhang mit Südkoreas Rating gesprochen.
Die Regierung hatte letztes Jahr den Plan vorgelegt, für eine solide Finanzlage Fiskalregeln einzuführen. Demnach sollen ab 2025 die Staatsschuldenquote auf 60 Prozent und das Haushaltsdefizit auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt werden.
Fitch wollte laut Berichten offenbar herausfinden, ob die Regierung trotz Mehrausgaben wegen Extrahaushalten in der Pandemie die Finanzsolidität aufrechterhalten könne.
Hong betonte, dass die Regierung Finanzmittel für den zweiten Nachtragshaushalt in diesem Jahr ohne die Emission von Staatsanleihen zur Defizitdeckung beschafft habe. Südkorea stehe außerdem dank der Tilgung eines Teils der Schulden mit seiner Staatsschuldenquote besser dar als ursprünglich erwartet.
Fitch wird bis 8. August die jährliche Besprechung mit Südkorea abschließen. Es wird erwartet, dass die Ratingagentur binnen einem oder zwei Monaten die Bonitätsnote für Südkorea bekannt machen wird.
Südkoreas Bonität laut Fitch liegt derzeit bei AA- mit Ausblick „stabil“.